1. Kapitel
Ein glühend heißer Augusttag war’s. Über der endlosen welligen Prärie nördlich des Kimarron-Flusses flimmerte die erhitzte, von keinem Windhauch bewegte Luft wie über dem Schlot eines abfahrbereiten Dampfers. So weit das Auge reichte, dehnte sich die einförmige Grassteppe mit einzelnen Gebüschgruppen und kleinen Wäldchen aus, die wie grüne Inseln über das ausgedörrte Grasmeer hinwegragten. Büffelherden weideten in den Tälern, wo sich noch stellenweise grüne Flächen, in der durch Bodenfeuchtigkeit, trotz der wochenlangen Dürre, erhalten hatten. Nur weit im Süden zog sich am Horizont ein dunkler bewaldeter Höhenzug hin, neben dem der Kimarron seine klaren Wasser, umgeben von buschreichen Ufern, dem fernen Arkansas zuschickte. – Hier am Südufer des Kimarron lagerten in einer kleinen Lichtung der Büsche drei Reiter, zwei Weiße und ein Indianer. Der Leser kennt sie bereits: Es waren Felsenherz, sein roter Bruder Chokariga, der Komanchenhäuptling, und der einäugige kleine Trapper Tom Harper, stets Tom Einaug genannt. Tom war eifrig damit beschäftigt, eine Büffellende über dem Feuer am Spieß gar zu braten, während der blonde sehnige Felsenherz seine Doppelbüchse reinigte und aufs neue lud. Der Komanche war soeben von einer nahen Anhöhe zurückgekehrt. Er hatte dort Ausschau gehalten, ob sich nirgends etwas Verdächtiges zeigte. Wenn die drei Gefährten sich hier auch im Jagdgebiet des