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Zur Westfront

3. Mai 1915 Das besetzte Frankreich ist heute Friede und Sonne. Der Zug fliegt dahin, sorglos und leicht, als ob er Vergnügungsreisende an Bord habe, durch grüne Täler und blühende Landschaften. Er hat nichts Martialisches mehr an sich. Vor Monaten keuchte und klirrte er, wie ein schwerer Krieger, der in die Schlacht geht, er rasselte wie Panzer und tastete sich zornig vorwärts. Heute ist er ein gutmütiger europäischer D-Zug geworden, der unbekümmert seine Meilen abfährt. Fern ist der Krieg. Auf den Höhen der Ardennen liegt die Sonne, die Luft schmeichelt, die junge Saat leuchtet. Die Felder sind bestellt, säuberlich bunt wie ein Teppich. Nur da und dort liegt ein Acker grau und welk, vergessen und verödet, ungepflegt und stumpf, wie ein Mensch, der trauert. Man sieht ihn meilenweit! Was an Leuten zurückgeblieben ist und nicht vor dem Krieg entfloh, arbeitet in den Fluren. Es sind nur spärliche, dünne Trupps, die in der Sonne zerrinnen. Viele, die diese fruchtbare Erde gebar, sind fort, und viele kommen nicht wieder. Eine leise Beklommenheit liegt auf dem Lande. Halbwüchsige Burschen, Frauen und Greise streuen die Saat und verrichten heuer jene Arbeit, die sonst den Kräftigsten, Blühendsten und Erfahrensten zusteht. Hingegeben und ganz bei der Sache, voll heißer Wünsche, denn das Brot ist kostbar, schreiten sie durch die Äcker und schwingen den Arm, mit jener schönen und freien

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