Chapter

Vorwort des Herausgebers

Laukhard ist ohne jeden Zweifel sein ganzes Leben lang ein echter Typus des »Ewigen Studenten« gewesen. Das geht schon aus seinen »Leben und Schicksalen« hervor, wonach er noch in hohen Semestern in Halle zweimal auf Schläger »los war«. Und daß er einem Trinkgelage in mehr oder minder studentisch-strenger Form nie abhold war, ist bekannt genug. Auch in der Zotologie, dem Würfelspiel und anderen burschikosen Betätigungen stand er stets seinen Mann. Und stets ist er ein »honoriger Bursch« geblieben; wenn der arme Teufel, der für zwei Groschen die Stunde Unterricht gab, sich gewiß stets gern von Studenten und anderen Leuten freihalten ließ, so hat er sich doch niemals entwürdigen lassen. Nie hat er den »Papst gemacht« oder sonstigen Firlefanz mit sich treiben lassen, wie er in dem hiermit von neuem ans Licht gezogenen Buch ihn erbaulich genug geschildert hat. Es könnte auffallend erscheinen, daß Laukhard mit seiner innerlichen unverwüstlichen Liebe zum Burschentum einen so unheimlich scharfen Blick für die Schwächen und Fehler der akademischen Bürger, Professoren wie Studenten hat; und noch mehr: daß er sie mit so unerbittlicher, fast grausamer Genauigkeit und Schärfe abschildert. Ich denke jedoch: der Grund ist klar. Als Laukhard seine wichtigsten Schriften, die sich mit Studenticis befassen, herausgab, war ihm seine Lage nicht zweifelhaft und er konnte sich nicht verhehlen, daß

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