Chapter

Der Kranz am Marterl

In der engen Felsenschlucht am Fuße der „langen Wand“ war es trotz des ungewöhnlich heißen Mittags im Spätherbst schattig und kühl, denn die Sonnenstrahlen, die nur Morgens ein Viertelstündchen in dieselbe einzudringen vermochten, fielen schon lange nur schräg auf den Saum des Gesteins. Der Boden war mit Felsblöcken, Trümmern und Geröll bedeckt, unter welchem der schmale Wasserfaden einer Quelle fortsickerte, die manchmal, angeschwellt durch die Regengüsse eines Gewitters, die ganze Kluft wie eine Klamm tobend und schäumend ausfüllt und ihr Gewässer in die noch wildere Obernach stürzt, welche tiefer unten zwischen finstern Wäldern dem schwermüthig ernsten Walchensee zustürmt. Erst in halber Höhe der Felswände hatten einige Birken und Fichten sich in den Spalten kümmerlich angehängt und spannten ihre Wurzeln wie Klammern darüber hin; in der Schlucht selbst grünte nichts, denn die thurmhohen Wände drängten sich allmählich so schroff zusammen, daß sie sich oben fast aneinander schlossen und zu der Kühle auch die Dämmerung kam. Nur an der einen Seite der Schlucht, am Eingange derselben, lag ein kleiner Fleck von kurzem kümmerlichem Rasen. Ueber ihm war an der Wand ein Holztäfelchen angebracht, mit einem kleinen Wetterdach zum Schutze des darauf befindlichen Gemäldes. Es stellte in rohen Umrissen ein nicht zu verkennendes Conterfei der Felsschlucht vor und zeigte im Vorgrunde einen

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.