Chapter

I.

Eine Straße. Etliche Reisende und ein Stadtwächter. Erster Mann He, Mann! Stadtwächter Was wollt ihr? Zweiter Mann Welchen Weg haben wir zu gehn? Wir sind hier fremd. Bitte, sage uns, welches die rechte Straße ist. Stadtwächter Wohin wollt ihr gehn? Dritter Mann Wo dieses große Fest stattfinden soll, weißt du. Welchen Weg gehen wir? Stadtwächter Eine Straße ist hier genau so gut wie die andre. Jede Straße wird euch hinführen. Geht geradeaus, und ihr könnt den Ort nicht verfehlen. Ab. Erster Mann Hört nur, was der Narr sagt: »Jede Straße wird euch hinführen!« Was hätte das dann für einen Sinn, so viele Straßen zu haben? Zweiter Mann Du brauchst darüber nicht so außer dir zu sein, mein Lieber. Es steht einem Land frei, seine Sachen auf seine eigne Art einzurichten. Was Straßen betrifft in unserm Land – nun, so sind so gut wie keine vorhanden; enge, krumme Gäßchen, ein Labyrinth von Wagen- und Fußspuren. Unser König glaubt nicht an freie Fahrstraßen; er meint, so viele Straßen im Land, so viele Ausgänge für seine Untertanen, seinem Königreich zu entfliehen. Hier ist es gerade das Umgekehrte; niemand steht einem im Weg, niemand hat etwas dagegen, daß man anderswohin geht, wenn man Lust hat; und doch denken die Leute nicht daran, dieses Reich zu verlassen. Bei solchen Straßen wäre unser Land sicher in kürzester Frist entvölkert. Erster Mann Mein lieber Janardan, ich habe immer

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