Chapter

1. Kapitel

Die wenigen, die dem Sarge gefolgt waren, schlichen davon, bogen vorsichtig den Regenpfützen aus und drückten sich unter ihren Schirmen zusammen, entschwanden in den Schleiern der schnell fallenden Tropfen und hinterließen nur eins: Die in meinem müden Hirn aufspringende Frage, weshalb sie überhaupt diesem ärmlichen Begräbnis beigewohnt haben mochten. Aus Neugier?! – Aus Teilnahme für mich oder Anhänglichkeit an die, die nun da unten ausruhte nach einem Leben voller Entbehrungen?! Kaum! Nun drückte mir auch der Geistliche stumm die Hand und ging. Ich war allein mit den beiden Totengräbern, die mit den Schaufeln in der Hand fröstelnd dastanden und mich mahnend anschauten: Geh – wir wollen beginnen! – Noch einen letzten Blick warf ich auf den schwarzen, billigen Sarg und die zwei Kränze oben auf dem Deckel, die ich selbst gekauft hatte … Dann schritt ich hinweg, spannte den Schirm auf, dessen Risse sie noch letztens mit zitternden Händen geflickt hatte – sie, meine Mutter, meine Kameradin, mit der ich zehn, nein, fünfzehn Jahre Schulter an Schulter gegen das Leben mit seinen vielerlei Erfordernissen gekämpft hatte. Fünfzehn Jahre! Mit dem dreizehnten hatte ich ja bereits mit verdienen helfen. Und ich bin jetzt achtundzwanzig – erst achtundzwanzig, und doch schon ein Greis, ein ermatteter Ringer, dem Jugend und Frohsein stets fremd geblieben sind. – – Die breite Lindenallee des

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