Die Turmuhr von Friedensburg
Es war kurz vor dem Weihnachtsfest, am 22. Dezember vormittags elf Uhr, als in der Harstschen Villa in Berlin-Schmargendorf, Blücherstraße 10, sich gleichzeitig zwei Herren einfanden, ein Engländer namens Mapserlan und ein Deutscher namens Winndorf. Sie waren einander fremd. Als ich sie in Haralds Arbeitszimmer geführt hatte, erklärte der sehr solide gekleidete Herr Winndorf, seine Sache sei nicht dringend. Er wäre auch gar nicht zu uns gekommen, wenn ihn nicht Geschäfte nach Berlin geführt hätten. Das, was er Harst vortragen wolle, sei lediglich eine Kleinigkeit. So wurde er denn gebeten, nebenan in der Bibliothek Platz zu nehmen, und Herr Mapserlan konnte nun seinerseits zuerst sein Herz erleichtern. Daß er Sorgen hatte, sah man ihm an. Er mochte etwa fünfundvierzig Jahre alt sein, war bartlos und hatte einen ungesunden gelblichen Teint, bemühte sich umsonst, seine große Nervosität zu verbergen, und tupfte sich immer wieder die Schweißperlen von der Stirn. Sehr sympathisch wirkte dieser Herr Mapserlan nicht. Er hatte recht unruhige, scheue Augen. »Ich bin seit einem halben Jahr hier in Berlin Vertreter der englischen Tuchfabrik Lincoln und Webster, Birmingham,« begann er in seiner fahrigen Art, wobei er beständig seine Stiefelspitzen musterte. »Mein Fall, Herr Harst, eignet sich nicht recht für die Polizei. Diese verlangt stets sichere Anhaltspunkte für ein geplantes