Erstes Kapitel
Kette I Zweiter Teil Für Eva, Hilde, Liese Für Eva, Hilde, Liese Es war damals, als die Gans noch einen guten Groschen auf dem Markt kostete, und man ein Kalb um fünf Groschen Preußisch Kurant kaufen konnte. So beginnen oft die Geschichten in alten Chroniken. Nun, eine Gans konnte man »damals« – das heißt in der Zeit, von der ich hier rede, schon nicht mehr um einen guten Groschen kaufen. Der Markt war auch unmodern geworden. Man liebte die Manieren der Marktleute nicht mehr. Man schätzte es nicht als belustigend, Kohlköpfe, Kalbsknochen und Schimpfworte nachgeworfen zu bekommen, wenn man etwa die Preise zu hoch und den jungen Spinat zu alt und zu welk fand. Man kaufte nicht nur Spachtelblusen, sondern auch Gänse an Ausnahmetagen im Warenhaus. Und sie kosteten – ebenso wie diese – fünf bis sechs Mark. Und, wenn sie besonders reich durchbrochen ... ach nein besonders fett und schwer waren, wohl auch ein kleines Goldstück oder einen Zehnmarkschein – was ehedem (wie man sich wohl nicht mehr erinnern wird!) das gleiche war; weil, wie auf dem Schein zu lesen, die Reichsbank sich für verpflichtet hielt, das Papier jederzeit gegen Gold einzuwechseln. Und so etwas, wenn man sie beim Wort nahm, auch wirklich tat. Ich will nicht unnütz abschweifen, aber ich habe eigentlich nie recht verstanden, warum eine Spachtelbluse stark durchbrochen teurer sein soll als eine weniger durchbrochene,