Jeanie bei den Stauntons
Jeanie stand von ihrem Sitze auf und machte eine ruhige Verbeugung, als der ältere Staunton ins Zimmer trat. Sein Erstaunen war sehr groß, seinen Sohn in solcher Gesellschaft zu finden. »Ich sehe jetzt meinen Irrthum ein,« sagte er, sich an Jeanie wendend; »ich hätte die Sorge für Eure Angelegenheiten diesem jungen Manne überlassen sollen, mit dem Ihr vermuthlich früher bekannt gewesen.« »Es ist nicht Absicht von meiner Seite, daß ich hier bin,« erwiederte Jeanie, »der Bediente sagte mir, sein Herr wolle mich sprechen.« »Da geht die rothe Livree zum Teufel!« murmelte Thomas. »Muß sie gerade die Wahrheit sagen, wo sie ebenso gut irgend etwas Anderes vorbringen konnte, was ihr einfiel?« »Georg,« sagte Herr Staunton, »wenn Du auch immer noch jedem Gefühl der Selbstachtung verschlossen bist, solltest Du mindestens Deinem Vater in seinem Hause einen solchen Auftritt erspart haben.« »Bei meinem Leben, bei meiner Seele!« rief Georg mit hastiger Bewegung, als wollte er aus dem Bett springen. »Dein Leben!« sagte der Vater mit kummervollem Ernst, »welch ein Leben ist dies gewesen? – Deine Seele! Welche Sorge hast Du je für das Heil derselben getragen? Bemühe Dich, Beides zu bessern, ehe Du sie zu Bürgen Deiner Aufrichtigkeit stellst.« »Bei meiner Ehre, Vater, Sie thun mir Unrecht, ich bin schlechter gewesen, als Worte es auszudrücken vermögen, hier aber thun Sie mir Unrecht. Bei meiner