Chapter

Haff und Heide

I. O du weites, weites Land! Die stille Sommermittagstunde Legt wie eine weiche Hand Flimmernd über dich von Strahlen Goldgewobenes Gewand. Du ruhst in einem frommen Traum, Den auf blauem Himmelsgrunde Zwischen Halm und Birkenbaum Eilende Wolken schimmernd malen, Und deine Felder atmen kaum. II. Der Mittag wandelt übers Moor. Ich ruhe tief im warmen Sand. Das Wasser spielt am Schilf empor Und leckt mir wie ein Tier die Hand. Im Sonnenlichte gleißend liegt Das Haff wie glühendweißes Erz. Hoch im Himmel rudernd fliegt Ein Kranichzug waldwiesenwärts. Dort schimmert ferneher im Glast Ein Segel über den blitzenden Schaum. Wie schlafend hängt es matt am Mast. Uns bannt ein gleicher Mittagstraum. III. Die Nebelglocken läuten Mit leisem Lied den Abend ein. Es schließt ein letzter Erntetag Sich wie ein Heiligenschrein. Die rot und gelben Wälder Sie werden morgen noch einmal Wie güldene Kleinodien stehn Und übermorgen fahl. Zum Heidefeuer halt ich Die Hände hin und schaue still, Wie Glut um Glut erlöschen muß Und alles schlafen will. IV. Es herbstet schon im Laube Und güldet schon im Wald Und dämmert in den Tag hinein Und nachtet bald. Wie losgelassene Hunde Verbellt und hetzt ein Wind In dunkler Nacht, die fern von Haus Und Heimat sind. V. Die Tage sind mir wie ein Traum Und schwinden als ein Schatten hin. Kaum streift im Wandel mich ihr Saum, Der ich im Traum versunken bin. Ich schaue

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