Chapter

Widmung

Meiner Mutter zu eigen Sieh, liebstes Kind, ein Weib spart gern einmal an einem Pelz, an einem Schmuck und legt das abgesparte Sümmlein still beiseit. So häuft sie einen kleinen Reichtum an von ungenoss'nen Freuden. Dieser Schatz ist ganz ihr eigen. Und dann kommt ein Tag, an dem sie andern Freude schenken kann aus dem verhohl'nen Hort, den keiner kennt. So legt ein kluges Weib auch Kraft zurück: Ein Leid, das er nicht teilen will – laß ihn, leg Kraft zurück! Ein Streit, den er allein bestehen will – laß ihn, leg Kraft zurück! Ein Glückt das er allein durchkostet – laß ihn, leg Kraft zurück! Leg so viel Kraft zurück, wie er an Leid und Lust und Streit verschwendet! Ein rechter Mann gibt aus, was Herz und Hirn an Kräften haben. Alles gibt er aus. Wir speichern stille auf, wenn er vergeudet, und einmal kommt dann unsre Stunde, Kind, wo wir mit vollen Händen vor ihm stehen, der sich an Herz und Kraft und Leidenschaft arm glaubt, und ihm wie Märchenschätze schenken, was wir an guter, stiller Kraft erspart.

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