Chapter

Erstes Kapitel

»... Sofort!« nickte Regierungsrat Glasschneider über die Schulter zurück. Er schlug die Doppeltüren des Zimmers so hastig ins Schloß, daß die lederne Aktenmappe ihm rauschend entglitt und aufspringend vor seine Füße fiel. Ein ganzer Stoß von Papieren schoß über den Teppich des Vorraums und flatterte unter die seitlichen Stühle. Sogleich sprangen mehrere Herren hinzu und bemühten sich um die flüchtigen Blätter. Regierungsrat Glasschneider griff nach dem wackelnden Kneifer und suchte erfolglos die Mappe zu fischen. Ein älterer Herr, schwarz gekleidet und vollbärtig, reichte sie ihm. »Danke!« sagte er prustend, die Akten verstauend. Sein Gesicht war rot geworden. Mit einer eckigen Geste sah er über die wartenden Köpfe. Der Vorraum war fast gefüllt bis zur Treppe. Eine unheimliche Ahnung stieg dem Regierungsrat auf. »Was wünschen die Herren – bitte?« fragte er unsicher forschend. – »Regierungsrat Glasschneider ...« Der andere murmelte kurz einen Namen, sich flüchtig verneigend. »Die beiden Kommissionen von der Saar und vom Rheinland,« erklärte er mit einer Handbewegung über die Herren. »Um Gottes willen!« stöhnte der Rat auf. Der Graubärtige zuckte unwillig die Schultern. »Wir wurden für drei Uhr hierher bestellt, um über die Leiden des besetzten Gebiets zu berichten. Hier die Einladung der Kanzlei –« Der Regierungsrat trippelte nervös auf der Stelle. »Die Einladung – die

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