I
Als Napoleon Buonaparte nach der Schlacht bei Solferino an der Seite Viktor Emanuels in Mailand einzog, verjüngte ihn der Jubel des befreiten Volkes und das Bewußtsein, diesen ersehnten Augenblick herbeigeführt zu haben. In seinem Geiste rief er den Schatten Orsinis an und sagte zu ihm: »Gestehe, daß ich mehr für Italien getan habe als du und deinesgleichen. Wenn du deine Rache hättest nehmen und mich töten können, wer hätte das Joch von euerm Nacken genommen?« Dann ließ er den Schatten dessen, der zu ihm gesagt hatte: »Durch meine Hand trifft dich Rom!« antworten: »Rom liegt in den alten Ketten, noch hast du nichts gesühnt!« und entgegnete nochmals: »Wollt ihr denn immer die Bittgänger Europas bleiben, die der Hilfreiche selbst mit Füßen tritt? Keiner lenkt euch die Hand, wenn es gilt, Bomben zu werfen oder den meuchlerischen Dolch zu führen, so lernt auch das Schwert gebrauchen, das euch frei macht. Seht mich an: ich war arm, verbannt, eingekerkert, hatte nichts als meinen Willen und meinen Genius; heute bin ich Kaiser der ersten Nation und der Retter Italiens. Ihr habt gejammert und geprahlt, euch aufgeblasen und groß gedünkt und müßt nun eure Unabhängigkeit von mir annehmen, dessen Namen ihr verfluchtet, dessen Blut ihr vergießen wolltet.« Darauf ließ er den Schatten Orsinis antworten: »Imperator, Heil dir!« und das hochmütige Römerhaupt sich langsam vor ihm beugen.