Freund Piet
Diese süße, sehnsuchtsvolle Stimme klang durch das feierliche Schweigen der heißen Tropennacht wie das Schluchzen einer Nachtigall in deutschen Julinächten. Diese süße, weiche Stimme, die uns und Piet Jansen mit stillen Wünschen nach dem friedvolleren Zauber deutscher Wälder erfüllte, sang gerade das englische, immer jugendfrische Lied »Heimat, süße Heimat …«, als ein schriller Mißklang uns zusammenschrecken ließ. Die Sängerin verstummte. »Wat wor dat?« flüsterte Piet atemlos, und er nahm ausnahmsweise einmal seine Holzpiep aus der schwarzen Zahnlücke und drückte den Tabak mit dem riesigen Daumen fester … »Wat wor dat, Herr Harst …? Das klang wohrhaftig janz grauselig …« »Das war der Todesschrei eines Affen, mein lieber Piet,« erklärte Harald flüsternd und spähte aus unserem grünen Versteck hervor über den mondhellen, kleinen Fluß, auf dessen Sandbänken wie tote Baumstämme die Krokodile lagen. Drüben am anderen Ufer war ein Wohnboot vertäut, eines jener schwimmenden Luxushäuser, wie die reichen Engländer sie neuerdings für ihre Wochenendfahrten bevorzugen. »… Es war ein Affe,« ergänzte Harald seine Angaben … »Jetzt nachts kommen sie aus dem Dickicht zur Tränke, und das wissen die Krokodile sehr gut … Da, hören Sie, — — die Affenherde flüchtet …« Ein wildes Kreischen kam über das Gewässer — ein gellendes Brüllen und Keifen, als ob eine Schar alter Weiber in heftigstem Zank