Der Kaiser und die Hexe
Personen: Der Kaiser Porphyrogenitus. Die Hexe. Tarquinius, ein Kämmerer. Ein Verurteilter. Ein armer Mensch. Ein uralter Blinder. Der oberste Kämmerer, der Grossfalkonier, der Präfekt des Hauses und andere Hofleute. Ein Hauptmann. Soldaten. Eine Lichtung inmitten der kaiserlichen Jagdwälder. Links eine Quelle. Rechts dichter Wald, ein Abhang, eine Höhle, deren Eingang Schlingpflanzen verhängen. Im Hintergrund das goldene Gitter des Fasanengeheges, dahinter ein Durchschlag, der hügelan führt. Der Kaiser tritt auf, einen grünen, goldgestickten Mantel um, den Jagdspiess in der Hand, den goldenen Reif im Haar. Wohl, ich jage! ja, ich jage . . . dort der Eber, aufgewühlt schaukelt noch das Unterholz, hier der Speer! und hier der Jäger! Er schaudert, lässt den Speer fallen. Nein, ich bin das Wild, mich jagt es, Hunde sind in meinem Rücken, ihre Zähne mir im Fleisch, mir im Hirn sind ihre Zähne. Greift sich an den Kopf. Hier ist einer, innen, einer, unaufhörlich, eine Wunde, wund vom immer gleichen Bild ihrer offnen, weissen Arme . . . und daneben, hart daneben, das Gefühl von ihrem Lachen, nicht der Klang, nur das Gefühl wie ein lautlos warmes Rieseln . . . Blut? . . . Mein Blut ist voll von ihr! alles: Hirn, Herz, Augen, Ohren! in der Luft, an allen Bäumen klebt ihr Glanz, ich muss ihn atmen. Ich will los! Die Ohren hab' ich angefüllt mit Lärm der Hunde, meine Augen bohr' ich fest