Der Junker von Hohensee
Im heißen Sommer 1826 machte ich mit meiner Familie eine Reise zu den Eltern meiner Frau in unsere gemeinsame alte Heimath, in jenen Landestheil, der früher „Schwedisch-Pommern“ hieß und seit seiner Vereinigung mit den bereits länger preußisch gewesenen Theilen des alten Herzogthums „Neu-Vor-Pommern“ genannt wird. Es ist eigentlich nur ein Küstenland, mit fruchtbarem Boden, fetten Wiesen und prachtvollen Laubwaldungen, mit zwar veränderlicher Witterung, aber im Ganzen sehr mildem Klima, mit gesunden, kräftigen Menschen endlich, die zu leben wissen und leben lassen, was alles den anderen Theilen dieser Provinz nicht gerade immer nachzurühmen ist. Meine Familie brachte ich bei den Schwiegereltern unter und machte selber dann bald allein, bald mit einem meiner Kinder Ausflüge zu Verwandten und Bekannten, die mir im Ländchen zahlreich verstreut lebten. Bei einem solchen Ausfluge hatte ich in einem Gasthofe auf dem sogenannten Peendamm bei Anklam den Wagen zu erwarten, der mich weiter führen sollte, und während des Wartens machte ich durch Vermittelung meines Töchterchens die Bekanntschaft eines alten Herrn, der in Begleitung einer um Vieles jüngeren Dame dort gleichfalls abgestiegen war, um die heißeste Zeit des Tages unter Dach zu sein, und alsbald an meiner kleinen Clara Geschmack gefunden hatte. Es war ein großer und hagerer alter Mann, mit schon ergrauendem, kurz gehaltenem