Chapter

Erster Teil

Hehrmeister hatte sich entschlossen, in seine Heimat, nach Riga, überzusiedeln. Auf zwei Jahre wollte er sich festsetzen, dann würde man sehn, wie die Welt weiterlief. Aber einen solchen Zeitraum musste er jedenfalls von vornherein bestimmen. Sonst wurde aus dem Ganzen nichts als wieder eine Reise, auf der man einen längeren Aufenthalt nahm, aber nicht ein langsames Hineingleiten in irgendwelche Lebensverhältnisse, unter denen man auf jeden Fall ausharrte. Der Ort sollte ihn binden und ein gefestetes sicheres Gefüge menschlicher Schicksale, in das er sich einschob. Ohne sich in Berlin aufzuhalten, reiste er von Paris an die russische Grenze und von dort weiter. Zwei runde Tage schon war er unterwegs, während deren es ihm nicht an Musse gefehlt hätte, zu überlegen und vorauszudenken, und doch kam er erst jetzt dazu, sich die Zukunft so ungefähr vorzustellen. Jedenfalls gab es viele Leute, die sich sehr befriedigt zeigen würden über diese Heimkehr: die alten Kameraden und die Familie. Hehrmeister spähte ungeduldig in den kalten Herbstmorgen hinaus, aber das gleichmässige, trockene Grau der Landschaft machte ihm die Lider schwer, und er schlief kurz vor dem Ziel wieder ein. Erst auf der Brücke, die über den Fluss zur Stadt führt, erwachte er, eilte auf die Plattform und sah nun hin auf die Kirchen und gewohnten Häuserfronten. Mit einem Lächeln trat er in den Wagen zurück und

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