Die Großeltern
In Gedanken vertieft, wanderte Pfarrer Kramer, der jugendliche Prediger von Ondoliet, den Fußweg entlang, der zwischen Wiesen und Aeckern zu dem einfachen Häuschen des Meisters Booyen führte. Es war ein herrlicher Abend, der nach der drückenden Sonnenhitze Menschen und Vieh Erquickung brachte. Die ganze Umgebung atmete gleichsam Frieden. Hier und dort graste ein Trüppchen Kühe, die sich freuten, daß endlich die kommende Nacht den lästigen Fliegen, die heute besonders quälend gewesen waren, wenigstens für einige Stunden Ruhe gebot. In den Wassergräben quakten die Frösche so lustig drauf los, als ob sie sich einbildeten, Musikanten im Dienste der tanzenden Mückenschwärme zu sein. Der Pfarrer kümmerte sich aber weder um die grasenden Kühe, noch um die quakenden Frösche oder die tanzenden Mücken; ganz andere Dinge waren es, die ihn beschäftigten. Diesmal ging er nicht, wie sonst etwa, zu einem freundschaftlichen Besuch zu dem alten Herrn Booyen, sondern es trieb ihn als Hirten der Gemeinde Ondoliet die Pflicht zu ihm. Ich will in Kürze erzählen, worüber Pfarrer Kramer mit dem alten Booyen und seiner Frau sprechen wollte. Vor Jahren bewohnten die Eheleute Booyen den größten und schönsten Bauernhof von Ondoliet, und der Segen Gottes ruhte sichtbar auf ihnen. Reiche Ernten und prächtiges Vieh füllten Jahr für Jahr Booyens Scheunen und Ställe, und es war allgemein bekannt, daß der