Chapter

Vorwort und Rahmenerzählung

Der Immoralist Ich danke dir Gott, daß du mich so wunderbarlich gemacht hast Psalmen CXXXIX, 14 Henri Gheon seinem Kameraden A. G. Ich gebe dieses Buch für das, was es wert ist. Es ist eine Frucht voll bitterer Asche; es gleicht den Koloquinten der Wüste, die an verdorrten Orten wachsen und dem Durst nur einen wilderen Brand darbieten, doch auf dem Goldsand nicht ohne Schönheit sind. Hätte ich meinen Helden als Beispiel gegeben, so muß ich zugestehen, ich hätte meinen Willen schlecht erreicht Die Vorrede steht vor der zweiten Ausgabe des Originals. D. Ü.; die wenigen, seltenen, die sich für Michels Erlebnis noch interessieren wollten, taten es, um ihn mit aller Kraft ihrer Güte zu höhnen. Nicht umsonst hatte ich Marzeline mit soviel Tugenden geschmückt; man konnte Michel nicht verzeihen, daß er nicht sie sich vorzog. Hätte ich dieses Buch als eine Anklageschrift gegen Michel gegeben, ich hätte meinen Willen kaum besser erreicht, denn niemand wußte mir der Entrüstung Dank, die er gegen meinen Helden empfand; diese Entrüstung, schien es, empfand man mir zum Trotz; von Michel strömte sie über auf mich; um ein geringes wollte man mich mit ihm verwechseln. Aber ich habe mit diesem Buch so wenig eine Anklageschrift wie eine Apologie schreiben wollen, und ich habe mich gehütet zu urteilen. Das Publikum verzeiht heute nicht, wenn der Autor sich nach der Handlung, die er malt, nicht für

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