I. Land und Meer / Gluten / Forschung
1 Ohne Leidenschaft, doch ganz in Liebe komm' ich zu dir und frage dich: Willst du mich haben? Ich sitze gern im Frühling, in thauigen Gärten, wo ein Wind weht über ein Blumenbeet. Und kommt der greise Gärtner mir vorüber, so red' ich gern mit ihm ein Viertelstündchen von seinen Büschen und von seiner Erde; ein Vogel singt im Baum. Da reden wir, auch wir: was Menschen reden. Und nehm' ich dann ein Blatt vom Baum und leg' es dir auf deine große Hand, so fühlst du das: du hast mein Herz. 2 Am letzten Ende des schönen Gartens schichtet der Gärtner die erfrorenen Sträucher und welken Äste. Dort ist es schön, dort sitz' ich gern. Ich liebe die Dornen und die welken Äste. Und in Mondnächten geben sie mir Alles, was ein Mensch zum Leben nötig hat. * Den Dichter seh' ich wandeln in der Mondnacht, und hör' ihn flüstern unter den hohen Bäumen – so süß! so süß! Denn das ist Alles Dichtung, womit ein Mensch sich seine Schmerzen lindert. 3 Am liebsten schliefe ich in der Heimat, im Vaterhause, in der Mutterstube. Doch da's nicht sein kann, bin ich in der Fremde, umgeben von den Schriften toter Menschen. Und wenn ich nachts aufwache und dann denke, höre ich rings Menschen atmen, Menschen schlafen, Menschen weinen. Und Jeder könnte mir Vater sein und Mutter. So nah beieinander sind sich allalle Menschen. * Ich schliefe gern im Vaterhause; ich läg' bewacht von einem ewigstillen Licht, hoch