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Der Herr Referendarius

Der Herr Referendarius. Erzählung vom Verfasser der „neuen deutschen Zeitbilder.“ Es war im Frühling des Jahres 1843 oder 1844 – genau weiß ich die Jahreszahl nicht mehr – als eines Nachmittags in der Kaffeestube der Cranzler’schen Conditorei unter den Linden zu Berlin ein fremder junger Mann die Aufmerksamkeit der Habitués des Kaffee auf sich zog. Er war ein hübscher Mensch, mit einem offenen Gesichte, lebhaften Augen, raschem und entschlossenem Wesen und feinen Manieren. Seine Kleidung war nach der neuesten Mode. An seinen Fingern glänzten ein paar Brillanten von seltener Größe und von dem reinsten Wasser. Er fiel schon gleich bei seinem Eintreten in das Zimmer auf. Die Linden „unter den Linden“ zu Berlin blüheten zwar schon in ihrer grauen und verkümmerten Berliner Weise; aber es war den paar warmen Tagen, welche diese Blüthen aus den schon vor dem Aufknospen ergrauten Knospen hervorgetrieben hatten, ein kalter, regnigter Tag gefolgt; die Gardelieutenants hatten deshalb auf ihr Privilegium, vor dem Cranzler’schen Hause auf dem Trottoir ihren Kaffee zu verzehren und dabei mit der nur ihnen eigenthümlichen Grazie ihre Füße über Stuhllehnen baumeln zu lassen, für heute verzichten müssen und dadurch ihren Tanten, Schwestern und Cousinen manche Freude geraubt, dem Berliner Philister aber auch manchen Aerger erspart. Sie saßen in dem Hause, in dem abgeschlossenen Zimmer, und weil

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