Der Herr der Unterwelt
1. Kapitel. Oberhemden. Harst schaute die dicke Mathilde mißbilligend an. »Sie können getrost ein paar Bohnen mehr zum Morgenkaffee nehmen, treue Seele … Dies hier ist nicht Kaffee, sondern, wie wir Berliner sagen, Lurke.« Mathilde, die soeben in Haralds Arbeitszimmer hineingeschwebt war — was man so bei zwei Zentner dreißig Pfund »Schweben« nennt —, erwiderte nur: »Den Tag dreißig Zigaretten, und dann noch starken Kaffee, da könnt ich ja den Ofen für die Einäscherung bald heizen lassen!!« Ich schmunzelte hinter meiner Zeitung. Ich schmunzelte nicht nur über unser Mathildchen, sondern auch über den Waschzettel in der Morgenzeitung über die Tagesneuigkeiten. Die Kälteperiode hatte sicherlich auch den Gehirnen der Presseschreiblinge geschadet. Saure Gurkenzeit im Winter. »Die Koalitionsverhandlungen sind auf dem toten Punkt angelangt.« »Der geistesgestörte »Einbrecherkönig« Paul Pirsch, der sich in seiner Gummizelle nur noch für einen sehr bekannten Minister hielt und andauernd politische Reden brüllte, ist auf bisher unaufgeklärte Weise aus der Irrenanstalt Herzberge entwichen.« »Emir Schmusamukir hat sich als fünfter Kronprätendent in Afghanistan ausrufen lassen.« »Der weltberühmte Damenimitator Donato, der mit bürgerlichem Namen Fritz Grind heißt, hat sich endgültig vom Varietee zurückgezogen und das Rittergut Hüppelfeld unweit Berlin käuflich erworben.« »Die Besserung im