Erster Band
Ein schönes, großes Hotel in einer der kleineren deutschen Residenzen ist mit dem Geräusch und der Unruhe erfüllt, welche die Vorbereitungen zu einem Feste verursachen. Reich galonirte Bediente laufen Trepp' auf, Trepp' ab; in den Küchen und Vorrathskammern zischt, flirrt und rasselt es, und die großen Salons beginnen ein Meer von Licht auszustrahlen, denn der Kammerdiener geht bereits umher und zündet die Gasflammen an. Der junge Chef des großen Bankhauses ›Habicht junior & Comp.‹ giebt das erste Fest nach seiner Verheirathung. Nur in einem Theile des Gebäudes ist es heute still und dunkel geblieben – in den Cassenund Geschäftszimmern, welche nach dem Hofe zu liegen, in einem niedern einstöckigen Bau. Die Schreiber und Buchhalter haben Feiertag und können den Abend im Theater zubringen oder ihrer weiteren weltmännischen Ausbildung durch den Verkehr mit gebildeten Stammgästen in Weinhause obliegen. Nur der erste Buchhalter ist anwesend, der die Procura hat, was in einem Bankhause ersten Ranges so viel heißen will, wie etwa in dem großen Bankhause England der first Lord of the treasury, die allmächtige und eigentlich herrschende Respects-Person. Denn die Einrichtung eines solchen kleinen Handelsstaates hat mitunter sehr ausgebildete constitutionelle Formen, oder besser, es ist sehr oft eine durch die Beschränktheit des Chefs beschränkte Monarchie. Der Chef ist in Wohlleben und