Chapter

Der Heiland vom Binsenhofe

Hochsommersonne lag auf der Ebene. In zitternden Wellen schwang die Glut über einförmigen, langhin verlaufenden Straßen, an denen die Äpfelbäume ihre filzigen, verstaubten Blätter müde im grellen, sengenden Lichte hängen ließen. Wenn ein leises Wehen durch die Kronen ging, dann raschelte es in ihnen wie in trockenem Herbstlaub. Die Ähren auf den Feldern neigten sich der Sense entgegen. – Die bleigraue Glocke des Sommerhimmels schob sich in weiten Fernen zwischen Ährenfelder hinein, und spitze Kirchtürme griffen hinauf in den fahlen Dunst. Inmitten fruchtschwerer Felder lag ein großes Dorf. Daraus schritten zwei in Trauer, und hinter ihnen klang laut und hallend und hell die Hochzeitsglocke vom Turme. So gingen die zwei unter Freudengeläut, und es waren doch Sterbeglocken, die hinter dem Manne her ein Glück zu Grabe läuteten, das er froh hatte wachsen sehen, das ihm einst fest schien wie Felsengrund und doch Moorland gewesen war, schwimmendes, ihm gelogen hatte und unter den Füßen fortgeglitten war. Jakob Sindig ging in die Fremde, und seine Schwester Marie, die vor drei Tagen den Warmut geheiratet hatte, gab ihm ein Stück das Geleit. Außergewöhnlich war der Mann, ein Riese, hoch ragend selbst auch über reckenhafte Männer. Der Blick der dunklen Augen war düster, und wer Jakob Sindig ansah, der fühlte, daß die Trauer in Zorn übergehen würde, sobald der Schreitende allein war und

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.