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Der Hauptmann von Köpenick

Das Wappen von Tilsit zeigt eine gerüstete Burg mit den schwarzweißen preußischen Farben. Denn die Stadt liegt am Memel, und der Blick über den trägen Strom hat die unendliche Weite vor sich, die aus der litauischen Landschaft nach Rußland führt. Slavien und Germanien werfen hier ihre Grenzen gegen einander; und wer die Augen zumacht, sieht auf dem grauen Wasser das Floß mit dem prahlenden Zelt liegen, darin Napoleon und Alexander, die Schwertherren von Westen und Osten, im Sommer 1807 den Frieden von Tilsit ausmachten, der das zertrümmerte Reich der Deutschen in der Hand der Franzosen ließ und Preußen in Niedrigkeit brachte. In dieser Stadt wurde zweiundvierzig Jahre nach jenem Floß und Frieden dem Schuhmacher Voigt ein Knabe namens Wilhelm geboren, der aus dem armseligsten Leben für einige Wochen berühmter als alle Tilsiter wurde, trotzdem in der Stadt das Denkmal des Dichters Max von Schenkendorf steht, berühmt durch eine Tat, die nichts als ein Schelmenstreich war, dem Schelm zu all seinem Zuchthaus noch einmal vier Jahre Gefängnis einbringend; aber der Streich machte die ganze Welt schadenfroh lachen, weil er gegen die Rüstung der Burg gerichtet war, der Wilhelm Voigt als ihr verlorener Sohn entstammte. Denn Tilsit am Memel ist keine Stadt wie Königsberg, Danzig oder Elbing, wo der preußische Adler wohlhabendes Bürgertum schützt und wo zu den Seeschiffen hinüber

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