Fahrt durch die Westsee
Während der Blockade der deutschen Seehäfen durch die Dänen im Jahre 1849 war die Schiffahrt auf Nord- und Ostsee sehr gehemmt. Die handeltreibende Welt fühlte sich höchst ungemütlich, am meisten die Kaufherren an Elbe und Weser, denn gerade auf die Mündungen dieser beiden Hauptströme Deutschlands hatten die schlauen Dänen ihr Augenmerk gerichtet. Selbst die Dampfschiffahrt litt unter den kriegerischen Zeitläufen, und so wurden auch Reisende, die sich sonst um den Streit der Deutschen und Dänen wenig kümmerten, in ihren Plänen doch häufig sehr gestört. Nur an den nordfriesischen Küsten, in der sogenannten Westsee, wo schleswig-holsteinische Kanonenboote kreuzten und das Ansegeln dänischer Schiffe verhinderten, gab es damals noch einen dürftigen Küstenfahrtsverkehr. Wer da Lust hatte, sich einem kleinen, leichten Fahrzeuge, wie sie den Verkehr zwischen jenen Inselbrocken vermitteln, anzuvertrauen, und sich nichts daraus machte, wenn vielleicht eine dänische Korvette Neigung zeigen sollte, Jagd auf das Fahrzeug zu machen, der konnte gerade in jenen Tagen ungestörter denn je den Archipelagus der Westsee, eine für Bewohner des deutschen Binnenlandes noch ziemlich unbekannte Welt, besuchen und sich nach Herzenslust darin umsehen. Auch mir kam dieser Einfall. Ich mietete die Schaluppe eines Schiffers aus der Wilstermarsch und ging von Glückstadt aus eines schönen Julimorgens unter