Erster Teil
„Kruzitürken, was ist denn das für ein Wirthshaus, wo man die Leut’ verdursten laßt? Eingeschenkt oder die Kellnerin aufgehängt! “ so schrie, ungeduldig mit dem Zinndeckel eines Steinkruges klappernd, ein dickleibiger Mann in halber Bauerntracht, der eben vor dem Wirthshause an der Kreuzstraße angekommen war und neben den zum Eingange hinaufführenden Stufen Platz genommen hatte. Das Gasthaus mit den blanken, weißgetünchten Wänden, den vielen hellen Fenstern und den grünen Läden dran, mit dem stattlich verzierten hohen Giebel stand recht einladend in Mitte einer großen Waldblöße, gerade da, wo zwei bedeutende Straßen senkrecht einander kreuzten. Der Wald war nach allen Seiten ziemlich weit zurück gelichtet, bis an seine Ränder hin wechselten grüne Wiesenstreifen mit braunen Ackerbreiten und leeren Saatfeldern, auf denen die Stoppeln mit weißen, lang hin wehenden Spinnenfäden wie mit geschwenkten Fahnen verkündeten, daß der Herbst bereits ernstlich seinen Einzug gehalten. Es war hohe Mittagszeit, der Sonnenschein legte sich hell und heiß auf Wald und Blöße und wenn manchmal ein leiser Lufthauch vorüberstrich, brachte er den Harzduft der Tannen mit, den die Schwüle ausgebrütet unter dem dunklen, grünen Gezweig. Nirgends war Schatten zu erspähen; nicht einmal an den schmalen Sitzreihen und den noch schmäleren Tischen vor dem Wirthshause, nur über den Heckenzaun des grasigen