Chapter

I.

Es ist eine Redensart: er, sie oder es hat seinen guten Tag; und es ist eine bedenkliche Redensart, denn es ist immer anzunehmen, daß das, was dann und wann seinen guten Tag hat, im Laufe der Woche oder gar des Jahres recht viele böse Tage habe. Erörtern wir dieses lieber nicht; – ich besaß einen Freund, der das kitzlige psycholo-physiolo-philosophische Fragen nannte und sich auch nicht darauf einließ. Er war glücklich verheiratet und bekam jedesmal seine böse Stunde, wenn ihn jemand der gesellschaftlichen Unterhaltung wegen aufforderte, doch einmal darüber nachzudenken und seinen Gedanken zum Besten der Menschheit Worte zu leihen. Nehmen wir also die Redensart, wie sie sich gibt! – Adelgunde – Fräulein Adelgunde (wir bohrten mit einer Nadel in den Kalender und trafen mit der Spitze den 30. Januar und diesen wohlklingenden Heiligen-Namen) hatte ihren guten Tag, und der Bäckerjunge war der erste, der's merkte und die liebliche Nachricht mit seinen frischen Semmeln durch das Haus verbreitete, d. h. grinsend sie auf seine Semmeln zugab. »Hu, heute ist sie aber mal gnädig!« verkündigte er von Stockwerk zu Stockwerk und hatte es leider nur zu eilig, um sich auf ausführlichere Berichte einlassen zu können. »Was hat ihr denn Schönes geträumt?« fragten sich die Hausbewohner und fügten hinzu: »Gestern war es aber auch zu arg!«, und darin hatten sie recht: gestern war es fast zu arg

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