Die Sieben Inkonsistenzen
Am Morgen ging Marek zu Frau Vogel.
Er hatte — fand er — das persönlich tun müssen. Frau Vogel war zu jenem Zeitpunkt an einem neuen Ort der langen, dünnen Strecke einer Vermisstenfamilie: Sie hatte nicht geschlafen; sie war bei der Polizei gewesen; sie war im Krankenhaus gewesen; sie war zum Eckladen gegangen, in dem Bo am 28. Juni zuletzt gesehen worden war; sie hatte eine Stunde vor Mareks Ankunft eine so starke Tasse Tee getrunken, dass ihre Hände zitterten.
Er setzte sich an ihren Küchentisch. Er hatte einen Ausdruck der sieben Inkonsistenzen mitgebracht. Er hatte sie sauber abgetippt. Er erklärte.
Frau Vogel las langsam.
Sie las zweimal.
„Marek. Hast du das der Polizei gezeigt?"
„Noch nicht. Ich wollte es zuerst Ihnen zeigen."
„Bring es heute zu ihnen. Jetzt."
Marek nahm es. Er ging mit Frau Vogel zur Polizeiwache. Die Ermittlerin im Fall — eine müde, aber sorgfältige Frau namens Hauptkommissarin Iris Halpren — las den Ausdruck dreimal.
Sie stellte Marek mehrere Fragen. Sie bedankte sich. Sie fragte, ob der Chat exportiert und mit der Polizei geteilt werden könne, mit Zustimmung aller im Chat. Marek sagte ja und dass er mit den anderen sprechen werde.
Zwei Tage später — sobald Esme, Lina und Pim ihre Zustimmung gegeben und ihre Kopien des Chats exportiert hatten — hatte die Polizei eine vollständige Aufzeichnung jeder Nachricht, die Bo der Gruppe in den letzten
