Einleitung
Das Sujet dieses phantastischen Romans bildet die ebenso eigentümliche wie seltene atmosphärische Erscheinung, die bei völlig klarem, wolkenlosem Horizont inmitten der Purpurgluten der untergehenden Sonne einen einzigen schmalen Strahl von grünem Lichte hervorzaubert. Es ist nicht das Grün der sommerlichen Bäume, das dem Menschenauge so wohltut, es ist nicht das Grün der See – es ist eine Nuance, die eben nur bei einer glücklichen Vereinigung seltener Zufälle in die Erscheinung tritt; und diesen grünen Strahl zu sehen, ist die Grille der jungen Hochländerin, die als ein echtes Kind ihrer sagenreichen und märchenhaft schönen Heimat für alles Schöne und Große schwärmt. Miß Campbell ist bei aller Extravaganz eine so hochherzige und liebenswürdige Dame, daß wir ihr unsere vollste Sympathie zollen müssen und ihr den Eigensinn nicht verübeln können, mit dem sie auf der Erfüllung ihres Wunsches beharrt. Sie hat nun freilich das Glück, dies auf alle mögliche Weise versuchen zu können; denn ihre beiden zärtlichen Verwandten, Onkel Sam und Onkel Sib, sind nicht imstande, ihr irgend ein Anliegen abzuschlagen, und hätten sich auch bereit erklärt, in das ewige Eis des Nordpols oder in die sengenden Gluten des Aequators mit ihr zu ziehen, wenn es nötig gewesen wäre. So folgen sie ihr nach den Hebriden und warten geduldig, bis es dem Himmel, der Sonne und der Luft gefallen möge, den grünen