Erstes Kapitel
Herr und Frau Bergh saßen beim Frühstück. Die Morgensonne warf ihre hellsten Strahlen durch die mit Schlingrosen umrankten Fenster und wenn ein leiser Windzug die blütenschweren Zweige bewegte, drangen süße Duftwellen in das einfach aber nett ausgestattete Zimmer. Dieses mit seinen Insassen würde ein Bild friedlichen idyllischen Behagens geboten haben, wenn die Wolken nicht gewesen wären, die auf den Stirnen des jungen Ehepaares lagerten. Es hatte nämlich eben einen kleinen Streit zwischen den beiden gegeben, Frau Sigrid sprach von Reiseplänen und ihr Gemahl wollte nichts von solchen hören. »Ich habe doch nun einmal kein Geld dazu übrig,« erklärte er ärgerlich. »Und im übrigen weiß ich auch wirklich nicht, warum wir reisen sollen. Wohnen wir nicht hier mitten im Grünen, zehn Minuten von der See entfernt? Wir sind ja hier auf dem Lande, eine bessere Luft gibt's gar nicht – wenn man sich da nicht erholen kann –« »Ach was –« unterbrach die hübsche kleine Frau den Gatten ungestüm – »rede mir doch nicht von Erholung, Lars. Als ob eine Frau sich daheim erholen könnte, wenn sie ihre Kinder und Wirtschaft besorgen muß.« »Schon der Kinder wegen kannst Du nicht fort –« »Mama hat sich ja längst bereit erklärt, Gustaf und Tilla auf einige Wochen zu sich zu nehmen – deswegen könnten wir unbesorgt fort. Ein bischen Abwechslung und Zerstreuung wären mir wirklich zu gönnen,« fuhr die junge