Chapter

Der große Traum

Du, die so klein und gelben Angesichtes auf weißem Sterbekissen lag in Ruhe, du stumme Künderin eines fremden Lichtes, du, Mutter, die du schrittest ohne Schuhe die kantige Straße deiner irdischen Reise: o segne nun in Gnaden, was ich tue! Denn ich beginne eine neue Weise von meines Daseins Wandel anzuschlagen, selbst ferner wandelnd und auf neuem Gleise, dich weiter tragend, die mich einst getragen, und deines Leidens Bürde neu gebärend in heitrem Gram, in klagelosen Klagen. So segne mich, der ich so hochverehrend, zuschauen durfte, wie du wardst empfangen, zum Thron des Allerhöchsten wiederkehrend, als vor dem gelben Weibchen donnernd sprangen die goldnen Riegel aller sieben Himmel und alle Paradiese widerklangen. Und wie du tratest in das Glanzgetümmel noch mit dem Tuch ums tote Kinn gebunden, da schwieg miteins das brausende Gewimmel der Engel, die in Gottes Anblick stunden, und eine Macht entströmte deinem Schweigen, die Gott und alle Seligen hielt gebunden. Und alles mußte solcher Macht sich neigen, die sich auf einmal fürchterlich erweckte und schütternd ihre Kraft begann zu zeigen. Wer sagt, woher sich diese Kraft erstreckte? warum Gott selbst auf seinem Sitz erbleichte und seine Augen mit den Händen deckte? Weil sie von Satans Thron zu seinem reichte, vom Grund der Schöpfung bis zu jedem Sterne durch alles Tiefe und durch alles Seichte, und ferner reichte noch als jede

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