Der große Schwindlerkonzern
1. Kapitel. Die Pfannkuchen. Mancher Leser wird bei dem Titel »Schwindlerkonzern« denken: »Na, davon haben wir in Deutschland übergenug Prachtexemplare erlebt!« Gewiß. Aber unser großer Schwindlerkonzern war eben etwas Besonderes. Wenn ich »unser« sage, so will ich damit andeuten, daß wir daran beteiligt waren, freilich in einer nicht alltäglichen Art. — Am Fastnachtabend hatten wir mit Haralds Mutter, mit unseren Bekannten, Regierungsrat Grasse und einem Herrn v. Gorre und Frau gemütlich im Harstschen Salon beisammen gesessen. Frau v. Gorre, eine geborene Engländerin, war mit Haralds Mutter bei der Frau Pastor G. bekannt geworden und hatte den Wunsch geäußert, uns beide einmal zwanglos kennenzulernen. Sie war eine strohblonde, sehr abgeklärte Dame von schwer bestimmbarem Alter, ihr Mann spielte Rentner mit Hilfe ihrer Millionen, hatte einst ein Rittergut besessen, war eine jener indifferenten Naturen, die nirgends auffallen, anstoßen oder sonstwie Ärgernis erregen und das Leben als lachende Philosophen hinnehmen, mag kommen, was da will. Dieser Herr Ulrich von Gorre machte im übrigen äußerlich tadellos Figur. Eigentlich ein viel zu hübscher Kerl. Vornehm bis in die Fingerspitzen, blaublütig bis auf das randlose, fadenlose Monokel, arbeitsscheu wie ein Berufsparlamentarier und ironisch-schlagfertig wie Bismarcks Erben. Wir hatten dieses Edelgewächs nebst standesamtlichem