Erstes Kapitel
Eines Nachmittags in der Vieruhrpause nahm mich der große Michu in einer Ecke des Hofes beiseite. Er zog eine ernste Miene, die mir eine gewisse Furcht einflößte; denn der große Michu war ein kräftiger Bursche mit riesigen Fäusten, den ich um alles in der Welt nicht zum Feinde hätte haben mögen. »Hör mal«, sagte er mit seiner öligen Stimme, der eines Bauern, dem noch der Schliff fehlte: »hör mal, willst du mitmachen?« Ich antwortete schlankweg: »Ja!«; denn ich fühlte mich geschmeichelt, mit dem großen Michu etwas mitzumachen. Darauf erklärte er mir, es handele sich um eine Verschwörung. Die vertraulichen Mitteilungen, die er mir machte, verursachten mir eine herrliche Erregung, wie ich sie seither vielleicht nie wieder verspürt habe. Endlich geriet ich in ein tolles Abenteuer hinein, ich sollte ein Geheimnis zu bewahren, eine Schlacht zu schlagen haben. Und sicher, der uneingestandene Schrecken, den ich bei dem Gedanken empfand, mich auf diese Weise Unannehmlichkeiten auszusetzen, zählte zum guten Teil zu den heißen Freuden meiner neuen Rolle als Mitwisser. Deshalb bewunderte ich auch den großen Michu, während er mit mir sprach. Er weihte mich in einem etwas rauhen Tone ein, wie einen Rekruten, zu dessen Tatkraft man nur halbwegs Vertrauen hat. Indessen das freudige Beben, das Gesicht begeisterten Entzückens, das ich beim Zuhören gezeigt haben mußte, gaben ihm schließlich eine