I. Das Wirtshaus »zum gefärbten Barte«
Der Reisende, welcher gegen Ende des Jahres der Gnade 1628 in Geschäften oder zu seinem Vergnügen einige Tage in der Hauptstadt des Königreiches der Lilien, wie man damals poetisch sagte, zubringen wollte, durfte mit Zuversicht in dem Gasthaus »zum gefärbten Bart«, Rue de l'homme armé, einkehren. Er war gewiss, dort bei Meister Soleil ein freundliches Gesicht, gute Kost und ein gutes Bett zu finden, mochte er empfohlen sein oder nicht. Man konnte auch nicht leicht fehlgehen. Außer einer ordinären Schenke, welche die Ecke der Rue St. Croix de la Bretonnerie bildete und, seit den ältesten Zeiten bestehend, durch ihr Schild, das einen gewappneten Mann vorstellte, dem übrigens nur neun Nummern zählenden Gässchen den Namen gegeben hatte, machte sich das Wirtshaus, in das wir unsere Leser führen wollen, in jenem Stadttheile ziemlich breit und zog außerdem die Kunden durch ein Aushängeschild an, welches zu majestätisch war, als dass ein Reisender, dem es einmal zu Gesicht gekommen war, hätte gleichgültig vorbeigehen können. In der Tat lässt sich nicht leicht etwas in die Augen Fallenderes denken, als die an den Rändern reich vergoldete Blechtafel, welche bei dem geringsten Luftzuge an ihrer gleichfalls vergoldeten und mit Schnörkeln verzierten eisernen Tragstange knarrte, und auf welcher der Großtürke in eigener Person mit einem herrlichen, hochroten Barte abgebildet war. Außerdem