Chapter

I. Wie Cardinal Richelieu eine Comödie spielt, ohne die Hilfe seiner Mitarbeiter dazu in Anspruch zu nehmen.

Die beiden Prinzen hatten erst wenige Augenblicke gewartet; übrigens war die Ueberhäufung des Cardinals mit Geschäften eine so bekannte Thatsache, daß sie nicht im Geringsten verletzt worden wären, hätten sie auch selbst länger warten müssen. Obwohl der Cardinal noch nicht auf dem höchsten Gipfel seiner Macht stand, wurde er schon damals als Premierminister des Reiches angesehen; doch muß bemerkt werden, daß er in Fragen des Krieges noch immer mit einigem Erfolge von den beiden Königinnen und einer Art Staatsrath bekämpft wurde, den man im Luxembourg abhielt, und dem Cardinal Bérulle präsidierte; so daß die von dem Cardinal gefaßten Beschlüsse vom Könige manchmal gutgeheißen, manchmal verworfen wurden, je nach der Laune Ludwigs XIII. und wie entweder die Königin-Mutter oder Richelieu selbst einen größeren augenblicklichen Einfluß auf ihn übten. Die große Angelegenheit, welche innerhalb zweier Tage entschieden werden sollte, war nicht der Krieg mit Italien, denn den hatte man bereits beschlossen, sondern die Wahl des Mannes, dem der Oberbefehl übertragen werden sollte. Von dieser wichtigen Frage wollte der Cardinal mit den beiden Prinzen sprechen, die er zu sich geladen hatte, und denen er Missionen in dem bevorstehenden Feldzuge zudachte; doch waren durch das Gespräch mit Isabella von Lautrec, an welchem Mädchen er ein fast väterliches Interesse nahm, seine Absichten in Bezug

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