Chapter

Erstes Kapitel: Das Luzernengehege

Unsere Leser müssen uns erlauben, sie zu diesem an das Haus von Herrn den Villefort gränzende Gehege zu führen, wo wir hinter dem von Kastanienbäumen überschatteten Gitter uns befreundete Personen finden werden. Diesmal hat sich Maximilian zuerst eingefunden. Er hat sein Auge an den Verschlag gedrückt, und lauert in dem tiefen Garten auf einen Schatten zwischen den Bäumen und auf das Krachen eines seidenen Schuhes auf dem Sande der Allee. Endlich läßt sich das so lange ersehnte Krachen hören, und statt eines Schattens erscheinen zwei. Die Verzögerung von Valentine war durch einen Besuch den Madame Danglars und Eugenie, der sich über die Stunde, mit Valentine erwartet wurde, ausgedehnt hatte, veranlaßt worden. Um bei dem Rendezvous nicht zu fehlen, schlug Valentine Fräulein Danglars einen Spaziergang im Garten vor, denn sie wollte Maximilian zeigen, daß sie nicht Schuld an dem Verzuge war, unter dem er ohne Zweifel litt. Der junge Mann begriff Alles mit der den Liebenden eigenthümlichen Anschauung, und sein Herz war erleichtert. Ohne in das Bereich der Stimme zu kommen, richtete Valentine ihren Spaziergang so ein, daß Maximilian sie hin und hergehen sehen konnte, und sooft sie hin und herging, sagte ihm ein, von ihrer Gefährtin unbemerkter, nach dem Gitter geworfener und von dem jungen Manne aufgefangener Blick: »Fassen Sie Muth, Freund, Sie sehen, daß es nicht mein Fehler ist.«

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