I. Das Abendbrod des Königs
Schon zu dieser Zeit, obgleich die Etiquette noch nicht geordnet war, wie sie es später wurde, hatte der französische Hof mit den alten Ueberlieferungen von Gemüthlichkeit und patriarchalischer Leutseligkeit gebrochen, wie man sie noch unter Heinrich III. fand, und der argwöhnische Geist von Ludwig XIII. hatte sie allmälig ausgetilgt, um sie durch prunkhafte, großartige Gebräuche zu ersetzen, die er nicht erreichen zu können in Verzweiflung war. Der König speiste also an einer kleinen, abgesonderten Tafel, welche, wie das Bureau eines Präsidenten, die benachbarten Tafeln beherrschte; eine kleine Tafel haben wir gesagt, wir müssen indessen sogleich bemerken, daß diese kleine Tafel die größte von allen war. Es war überdies diejenige, auf welcher man eine reichliche Zahl von verschiedenartigen Gerichten, Fische, Wildbret, zahmes Fleisch, Früchte, Gemüse und Conserven aufhäufte. Jung und kräftig, ein großer Jäger, allen gewaltigen Leibesübungen zugethan, hatte der König überdies jene allen Bourbonen gemeinschaftliche natürliche Wärme des Blutes, welches rasch die Verdauung bewerkstelligt, und den Appetit erneuert. Ludwig XIV. war ein furchtbarer Tischgenosse; er liebte es, seine Köche zu kritisiren, doch wenn er ihnen Ehre widerfahren ließ, so war diese Ehre riesig. Der König fing damit an, daß er mehrere Suppen entweder zusammen, in einer Art von Macedoin oder abgesondert aß. Er