I. Der Geächtete.
I. Der Geächtete. »Ich habe Euch einen Auftrag zu geben, mein Herr.« »Ich bin zu Eurer Majestät Befehlen.« »So wartet also.« Und der König schrieb folgenden Brief, der ihn mehr als. einen Seufzer kostete, obschon zu gleicher Zeit etwas wie das Gefühl des Triumphes in seinen Augen glänzte: »Herr Cardinal, »Mit Hilfe Eurer guten Rathschläge und besonders Eurer Festigkeit, bin ich im Stande gewesen, eine eines Königs unwürdige Schwäche zu besiegen und zu bezähmen. Ihr habt mein Schicksal zu geschickt geordnet, als daß mich nicht die Dankbarkeit in dem Augenblick, wo ich Euer Werk zu zerstören im Begriff war, hätte zurückhalten sollen. Ich begriff, daß ich Unrecht hatte, mein Leben von dem Weg, den Ihr ihm vorgezeichnet, abbringen zu wollen. Es wäre unleugbar ein Unglück für Frankreich und für meine Familie gewesen, würde ein Mißverständniß zwischen mir und meinem Minister zum Ausbruch gekommen sein. »Das wäre jedoch sicherlich geschehen, hätte ich Eure Nichte zu meiner Frau gemacht; ich begreife das vollkommen und werde mich fortan in keiner Hinsicht der Erfüllung meines Geschickes entgegensetzen. Ich bin also bereit, die Infantin Maria Theresia zu heirathen, und Ihr könnt sogleich den Zeitpunkt für die Eröffnung der Unterhandlungen bestimmen. »Euer wohlgewogener »Ludwig.« Der König las seinen Brief noch einmal und siegelte ihn sodann selbst. »Diesen Brief dem Herrn Cardinal,«