Erstes Kapitel
Unsere Erzählung beginnt zur Zeit des großen blutigen Bürgerkrieges, der im 17. Jahrhundert das britische Reich erschütterte. Schottland war von den Greueln des innern Krieges noch nicht heimgesucht worden, obgleich die Einwohner in ihren politischen Ansichten sich in feindlich einander gegenüberstehende Parteien schieden. Viele waren unzufrieden über die Oberherrschaft der Stände, verwarfen die Kühnheit, daß das schottische Parlament dem englischen Heer ein Heer zur Hilfe ausgesandt hatte, und trugen sich vielmehr mit dem Vorsatz, auf die erste Gelegenheit hin auf Seite des Königs zu treten und zum mindesten dahin zu wirken, daß das Heer unter General Leslie aus England zurückgerufen würde, sofern es nicht möglich sein sollte, einen großen Teil Schottlands dem König zu erhalten. Diesem Plane huldigten vor allem die Adligen vom Norden, die sich aufs hartnäckigste geweigert hatten, dem sogenannten feierlichen Bunde beizutreten, und einige Häuptlinge der Hochlandsstämme, deren Interessen und Einfluß auf dem Bestand des Königtums beruhten und die schließlich noch in dem halbwilden Zustande lebten, wo man den Krieg lieber sieht als den Frieden. Die Leiter des Staates erkannten wohl die Gefahr der gegenwärtigen Lage und ergriffen mit großer Sorgsamkeit Maßregeln zur Abwehr. In Selbstzufriedenheit stützten sie sich jedoch darauf, daß vorderhand noch kein Führer oder einflußreicher