Erstes Buch: Der Irrthum
Der Erzähler, dem Ihr Euch anvertraut, um an seiner Hand eine wilde, schattenschwere und unseren Tagen fremde Welt zu durchwandern, führt zum Anfange auf den Berg des Johannes. Dieser Berg erhebt sich in Form eines Kegels mitten aus der Wildniß. Die Wildniß kriecht an seinen Hängen hinan; zwischen zerklüfteten Felsenblöcken wuchern der Sauerdorn und die schwarze Erle, und der Schierling, und der rothe Holunder, und die Einbeere. In den Klüften nistet der Falke, im Grunde ringelt sich die Natter. Der Berg ist nicht so hoch, wie mancher von solchen, die in weiter Runde stehen, aber auf seinem Scheitel weist er eine Stätte mit grauer Erde, auf welcher keine Pflanze wächst. Wenn einst – so kündet es die Sage – nach tausend Frühlingen aus diesem Grund eine Blume erblühen wird, dann ist allerwärts das Reich Gottes erstanden. Auf dem sandigen Boden wuchert heute der grünliche Schimmel der Algen, und inmitten liegt ein großer Stein, von dem man nicht weiß, wächst er in die Erde hinein oder aus derselben heraus; auf der oberen Fläche dieses Steines will manches Auge einen blutrothen Fleck sehen, »den kein Regen löscht und kein Eis tilgt«. Rings um den Berg des Johannes, so weit das Auge fliegt, ist ein Reich von Wäldern, gegen Ausgang der Ritscher, der Birstling, der Tärn. Diese Wälder – es giebt keinen Baum und keinen Strauch und keinen Halm im nördlichen Halbrund, der nicht darinnen