Chapter

1. Kapitel: Auf der Herreninsel

Auf der Herreninsel. Als der Fremdenführer, der zum Leidwesen der Hälfte der Schaulustigen nur allzu stark bayrischen Dialekt sprach, im Prunkschlafzimmer König Ludwigs II. auf den goldenen Waschtisch deutete und wieder hervorhob, daß auch dieser genau wie das Prunkbett und ein Teil der Wandarabesken sehr dick vergoldet sei, — als er auf die Waschgarnitur zeigte und mit einer gewissen gewohnheitsmäßigen Feierlichkeit die Worte »Reines Gold« über die andächtig gesenkten Köpfe der Fremden hinschmetterte, hörte ein kleiner Mann mit einer dicken Knollennase in sauberer Chauffeurtracht neben sich einen klingenden Laut und schielte nach links auf die junge fesche Dame, die über dem linken Arm einen leichten Gummimantel trug und die rechte Hand in die Falten dieses Mantels versenkt hatte. »Sie hat eine Momentkamera darunter verborgen,« dachte der behäbige Chauffeur, dem auf der Oberlippe gegen alle Mode ein borstiger, rötlicher, langer Schnurrbart sprießte. Der Führer geleitete seine Herde in den Spiegelsaal mit den zahllosen Kronleuchtern und begann auch hier seine Erklärungen, umdrängt von den Neugierigen, deren Gesichter gegenüber dieser phantastischen Pracht den verschiedensten Ausdruck zeigten. Da gab es einige, die die Blasierten spielten, andere, die ironisch grinsten, als ob dieses reichste aller Schlösser der Welt ihrer modernen Denkungsart absolut nicht imponierte, — andere

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