Chapter

Erstes Kapitel. Der Aufstieg.

Wenn Herr Sigurd Pacheles an seine Vergangenheit dachte, dann leuchteten stets dieselben Bilder vor ihm auf — Erstens: Eine enge Gasse in der Mähe des Marktes in Konitz — Konitz — fraglos e berühmte Stadt, fraglos —! — Mordprozeß Winter; Gymnasiast Winter; Ritualmordgerüchte — Damals war Konitz in aller Munde; damals hatte es Herr Sigurd Pacheles recht gut gehabt Es war die Zeit gewesen, wo der Weizen der Antisemiten geblüht hatte. Und wie —! — Warum ausgerechnet Pacheles es recht gut gehabt hatte —? Nu — Sie werden staunen —! — Ja — eine enge Gasse; alte, windschiefe Häuser mit grünangelaufenen Scheiben — Und in so einem Häuschen hatte Pacheles sein »Herrengarderoben—Geschäft« gehabt; dort hatte er vor der Ladentür gestanden, wenn es warm war, und sein schönes Ich war eingerahmt gewesen von den an den Türpfosten zur Schau aushängenden Herrenhosen, Herrenjacken, Unterhosen, Hemden und so weiter. Wenn ein Windstoß kam, dann lebten diese Sachen auf. Die Hosenbeine schlenkerten, die Hemden bauschten sich auf, als befände sich ein Schmerbauch darunter. Es sah das oft geradezu unmoralisch aus. Und die Frau Gymnasialprofessor Pforlach hatte daher auch ihren keuschen Töchtern ein für allemal verboten, diese Gasse zu betreten. Die Töchter waren 28 und 30 Jahre alt und lasen nur ganz gepfefferte Romane, die ihnen der Pforlachsche Pensionär, der Primaner von Blubberitz, freundlichst ohne

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