Der Giftpfeil des Wedda
1. Kapitel. Lydia und die Katze. Miß Honoria Myntor, der wir das Erbe ihrer Tante Maria Myntor glücklich gegenüber den Anschlägen eines schlauen Verbrechers gesichert hatten, wie ich im vorigen Band erzählt habe, war eine sehr liebenswürdige und aufmerksame Wirtin. Sie hatte nicht eher geruht, bis wir ihre Einladung, ein paar Tage ihre Gäste zu sein, angenommen hatten. Das seltsame Haus, das sie in Bombay bewohnte, hatte sie gleichfalls von ihrer Tante geerbt. Es war einst ein Hindutempel gewesen und dann zum palastartigen Europäerheim umgebaut worden. Es lag auf den Westabhängen der Malabar Hills inmitten eines großen romantischen Parkes, der nicht weniger als zwölf Terrassen hatte und bis zum Meere hinab reichte. Es war am 14. Februar, als Harst beim Frühstück auf der Westterrasse Miß Honoria fragte, ob Albert Dracon (das war ja der Name des großen Verbrechers, der Honoria um die Erbschaft hatte betrügen wollen) ihr gegenüber, als sie beide noch Freunde gewesen, jemals ein Mädchen namens Lydia und den Küstenort Battikaloa auf Ceylon erwähnt habe. »Kurz vor seinem Tode,« fügte Harald erklärend hinzu, »hat Dracon uns noch gesagt, daß er eine Bitte hätte: »In Battikaloa wird Miß Lydia —« — Mehr konnte er nicht über die bereits erkaltenden Lippen bringen. Deshalb möchte ich von Ihnen wissen, ob Sie, Miß Honoria, irgend eine Lydia kennen, die zu Dracon in irgend welchen