Der gesunde Menschenverstand im Krieg - Teil I
Der gesunde Menschenverstand im Krieg. I. »Der gesunde Menschenverstand im Krieg« erschien zuerst im November 1914 als Sonderheft der Londoner Zeitschrift »The New Statesman«. Max Rascher Verlag, A.-G. Zürich 1919 Erstes bis fünftes Tausend Es ist Zeit, Mut zu fassen und einmal nüchtern über den Krieg zu sprechen und zu schreiben. Zuerst hat der bloße Schreck die Nachdenklichsten von uns betäubt, und selbst jetzt vermögen nur die vernünftig darüber zu denken oder zu ertragen, daß andere sachlich davon sprechen, die mit seiner herzzerbrechenden Zertrümmerung nicht in wirklicher Berührung oder betrübender Beziehung leben. Was die Gedankenlosen anbelangt, wage ich nicht für einen Augenblick zu behaupten, daß sie für die ersten paar Wochen den Halt verloren hätten; ich weiß zu gut, der britische Bürger läßt seinen Mut nicht anzweifeln, und nur erfahrenen Soldaten oder Ausländern wird die Schwäche der Furchtsamkeit zugestanden. Doch immerhin, sie alle waren – soll ich sagen: ein wenig betroffen? Sie fühlten in dieser wichtigen Stunde, daß England verloren sei, wenn nur ein einziger Verräter in ihrer Mitte über irgend etwas in der Welt ein Körnchen Wahrheit verlauten ließe. Für mich war das eine gefährliche Zeit. Es fällt mir nicht leicht, den Mund zu halten; und die mir angeborene dramatische Kraft und meine berufliche Gepflogenheit als Bühnenautor hindern mich daran, etwas