Einen Wind Loslassen
Eine Woche lang trug Pia das Brot ihrer Großmutter hinauf in die Dünen.
Sie sagte ihrer Großmutter, sie habe ein Projekt. Ihre Großmutter, die weise war und nicht zu viele Fragen stellte, machte jeden Morgen einen kleinen Extralaib und wickelte ihn in ein sauberes Tuch.
Pia brachte das Brot zum Wind-Hüter. Er brach jeden Laib und legte die Stücke rund um das Zelt aus. Die Stücke lagen dort, in dem seltsamen stillen Ring, unberührt, bis zum Abend — wo sie jede Nacht verschwunden waren. Gegessen oder fortgetragen, Pia erfuhr es nie.
Nach drei Tagen gaben die Glöckchen rund um das Zelt das kleinste denkbare Geräusch von sich. Ein winziges Klick.
Nach fünf Tagen klingelten sie sanft.
Am siebten Tag stand der Wind-Hüter am Rand der Mulde und atmete ein.
„Heute", sagte er. „Heute ist der Tag."
Pia stand neben ihm.
„Was soll ich tun?"
„Diesmal: Tritt zurück."
Pia trat zur nächsten Düne zurück.
Der Wind-Hüter löste die Schnur, die die Glöckchen gehalten hatte. Er deckte den Tonkrug ab. Er trat ruhig zurück, und der Wind — jetzt sanft, weich, eher wie ein langer Seufzer als wie ein Sturm klingend — erhob sich aus der Mulde. Er ging über die Dünen hinaus. Er ging hinunter zum Hafen. Er füllte die Segel der stillen Boote. Er drehte die Mühle.
Saltgate war nach drei Wochen Stille wieder das windige, nützliche, komplizierte Dorf, das es immer gewesen war.
Pia ging im Wind nach