Chapter

Erstes Kapitel

Die Gräbt Kläglich wimmerte das Glöcklein aus dem niedern Türmchen der Kirche zu Uefligen. Auf dem Kirchhofe stand ein Mann und legte Stricke über ein offenes Grab; um den Kirchhof herum schwärmte die der Schule entlassene Jugend, die nicht gerne heimgeht, wenn was zu sehen ist im Dorfe, sei es eine Hochzeit, sei es ein Leichenzug. Der Neugierde ist alles eins. «Du, wen begraben sie heute?» fragte eine vorübergehende Frau eine andere, welche mit den Händen unter dem Fürtuche schlotterend dastand. Es schien eine kränkliche Frau, um guten Lohn wäre sie nicht im kalten Winde gestanden. Sie möchte es nicht erleiden, hätte sie gesagt, sie sei gar gliedersüchtig und es fehle ihr sonst noch viel. Aber wenn der Gwunder ins Spiel kam, da achtete sie alles nicht, und Keine mochte mehr Kälte und Wind, Hitze und Staub erleiden wie sie. «E», antwortete die Angeredete, «weißt du das nicht, und reden doch alle Leute davon? Habe gemeint, es sei niemere auf der Welt, der das nicht schon wisse.» «Kein Sterbeswörtli habe ich gehört», entgegnete die Erste. «Weißt de nit, dr Wirt uf dr Gnepfi ist gstorbe, u mi bigrabt ne hüt.» «Nit müglich», sagte die Erste, «den sah ich ja erst letzten Samstag vor acht Tagen zu Solothurn und da ist er noch ganz lustig und hellauf gewesen, hat beim ›Storchen‹ Wein gezahlt ein paar Mädchen, es weiß kein Mensch, wie manche Halbe.» «So het ers chönne», antwortete die

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