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Meine liebe Maria! Aus einem eindringlichen Brief von B…, der mir durch das Konsulat nachgeschickt wurde, sehe ich, daß man sich um meinen Verbleib beunruhigt … Es nahm sich vielleicht nicht gerade freundschaftlich aus, daß ich so spurlos verschollen bin und auf nichts mehr antwortete (hab noch nachträglich vielen Dank für Deine verschiedenen Briefe) – aber glaube mir, es geschah zum Teil aus zarter Rücksicht. Erwarte nur ja nicht, daß die hiermit wieder eröffnete Korrespondenz von allzu erfreulichen Tatsachen handeln wird. B… meint, und Ihr anderen am Ende auch, ich hätte längst die berühmte Erbschaft angetreten und damit das Weite gesucht. Nein, das stimmt nicht, der alte Herr ist ja noch nicht einmal tot. Aber jedenfalls kann es nicht lange mehr dauern, und das ist einer von den Gründen, weshalb ich hier bin – bitte, erschrick nicht – in einer Nervenheilanstalt, oder sagen wir lieber Sanatorium, das klingt immerhin noch etwas milder. Sanatorium – – – ich seh Dich und mit Dir alle die anderen verständnislos den Kopf schütteln. Ich bin auch nicht nervenkrank, nicht einmal besonders nervös, ich habe nur einen»Geldkomplex«. – – – – Ich hoffe zu Gott, Du weißt, was ein Komplex in diesem, nämlich im pathologischen, Sinne bedeutet? Etwa so: verdrängte, nicht ausgelebte Gefühle, Triebe und dergleichen, die sich, ich glaube, im Unterbewußtsein zusammenballen und einem seelische