Erstes Kapitel
Abend war es, ein schöner, warmer Sommerabend. Ueber den Feldpfad, welcher vom Bahnhofe in das Dorf führte, schritt ein junger Mann. Ein großer schwarzer Neufundländer folgte ihm auf dem Fuße. Der Ankömmling stand still, entblößte das Haupt und strich sich das feuchte Haar aus der Stirn. Dabei that er einen tiefen Athemzug und ließ den Blick über das vor ihm liegende Dorf schweifen ... Das also war seine neue Heimat! Still und friedlich lag der Ort da, die Kirchthürme ragten zwischen den Häusern hervor und rings umher erhoben sich grüne Hügels und felsige oder bewaldete Berge. Die Glocken läuteten zum Abendgebet; in den Wiesen zirpten Grillen, aus den Laubwerken leuchteten Johanniskäfer auf und am Himmel zeigten sich die ersten Sterne. Das war seine neue Heimat! Ein Gefühl der Rührung, der Bangigkeit, fast der Liebe durchzog seine Brust; er wollte sich hier recht glücklich fühlen, sich recht innig schließen an diese schöne Natur und auch an die Menschen, falls sie sich dessen wert zeigen sollten. Von diesen Gedanken beseelt, setzte er seinen Weg fort; der Hund ging dicht hinter ihm. Sie kamen bei den ersten Häusern an. Meistens waren es einstöckige Häuser mit weiß getünchten Wänden und Schindeldächern, grün oder gelb angestrichenen Jalousien und Hausthoren; viele hatten an der Gassen fronte einen Balkon und neben manchen lag ein Berg Holzes aufgespeichert; an einigen rankten