Der Geisterberg Schara Schaka
1. Kapitel. Ein Bad in der Ostsee. Es war am Vormittag nach der Hochzeitsfeier des Herrn Fritz Schobert und der Baronesse Eva von Garlitt … Das prächtige Juniwetter hatte uns bereits gegen neun Uhr aus unseren Fremdenzimmern im Schlosse Garlitten ins Freie, an den Seestrand gelockt … Harald gab ehrlich zu, daß er einen beträchtlichen Katzenjammer habe … Und mein Katzenjammer war ein recht ausgewachsener Kater … Wir hatten eben bei der Festtafel auch sehr scharf getrunken … Sonniger Himmel spannte sich über Ostsee und Küste aus … Ein schwacher Wind trieb bescheidene Wellen gegen das Ufer … Wir wanderten dicht am Wasser gen Misdroy … Freuten uns des herrlichen Sommertages und dachten auch nicht im entferntesten daran, daß dieser Vormittag für uns die seltsamsten Folgen haben würde. Weit und breit war der Strand leer … Auf See nur ein einzelnes Boot, in dem ein Mann sich treiben ließ … Es war mindestens fünfhundert Meter vom Ufer entfernt, und die Sonne brannte so stark, daß man nicht recht unterscheiden konnte, was der Mann in dem kleinen Boote dort draußen tat. »Wie wär’s mit einem Bad?« meinte Harald unvermittelt … »Das ist noch immer die beste Katerkur, mein Alter …« Ich war einverstanden. Wir kleideten uns in den Dünen aus und schwammen dann ein Stück ins Meer hinein, bis Harst mir zurief: »Kehre um und bewache unsere Sachen … Ich will mir mal das treibende Boot näher ansehen